VDMA passt Prognose für deutsche Maschinenbauproduktion an

Der VDMA hat Ende Juli seine Prognose für die deutsche Maschinenbauproduktion 2014 von plus drei auf plus ein Prozent real geändert. Mit einem Produktionswert von geschätzt 199 Mrd. Euro steuert die Branche damit trotzdem auf einen neuen Rekord.

Die deutsche Maschinenbauproduktion kommt rückblickend nur schwer in Gang. Der Zuwachs des ersten Quartals von rund drei Prozent dürfte im zweiten Quartal durch einen Rückgang in der gleichen Größenordnung aufgezehrt worden sein. Für das erste Halbjahr läuft das in toto auf eine Stagnation hinaus. 

Der Bestelleingang der letzten Monate lässt keine hohe Produktionsdynamik erwarten.

Für den Auftragseingang steht in der ersten Jahreshälfte ebenfalls eine Null. Einem Zuwachs der Inlandsorders von drei Prozent steht ein Rückgang der Bestellungen aus dem Ausland von einem Prozent gegenüber. Das zweite Quartal fiel dabei leicht besser aus. Während die Inlandsbestellungen weitgehend stabil um jeweils drei Prozent zulegten, vollzogen die Auslandsorders einen Vorzeichenwechsel von minus vier Prozent nach plus ein Prozent Eindeutig positiv ist die Entwicklung im Euro-Raum. Den Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Raum halfen Großaufträge auf die Sprünge. 

Die Geschäftsrisiken haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen.

Grundsätzlich bestätigt sich damit zwar das Bild einer moderaten Belebung der Nachfrage in Deutschland und im Euro-Raum. Doch die Orders aus dem Nicht-Euro-Raum kommen nur äußerst zögerlich in Gang. Ursächlich hierfür ist neben der wechselkursbedingten Verteuerung deutscher Maschinenbauerzeugnisse die nach wie vor unbefriedigende wirtschaftliche Performance in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern. Besonders hervorzuheben ist die Ukraine-Krise. So ging der Export deutscher Maschinen und Anlagen nach Russland, dem viertgrößten Handelspartner unserer Industrie, im ersten Halbjahr 2014 nominal um 19,4 Prozent zurück. Doch der Konflikt mit Russland hinterlässt nicht nur im bilateralen Handel mit Russland Spuren. Er behindert generell die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten. Die Stimmung der Wirtschaft hat sich in vielen Ländern eingetrübt. 

Unser Konjunkturbild verschiebt sich 2014 auf der Zeitachse nach hinten.

Die weltweit zyklisch überfällige Erholung kann sich wegen der geopolitischen Risiken bisher offenbar nicht flächendeckend entfalten. Folgerichtig kann der Bestelleingang nicht ausreichend Fahrt aufnehmen, wie nötig wäre, um für die deutsche Maschinenproduktion im laufenden Jahr ein Wachstumsplus in der Größenordnung von drei Prozent zu realisieren.
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Dr. Ralph Wiechers
VDMA Volkswirtschaft und Statistik
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