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Ideen und was daraus werden kann…

Innovation und Kreativität im mittelständischen Maschinenbau

Was ist es, das uns am Silicon Valley so fasziniert? Technologie allein kann es nicht sein, die wird auch anderswo entwickelt. Es ist der Spirit of Innovation, der dort geballt vorkommt – und die Vernetzung von Menschen und Ideen.

Sehen wir uns im Vergleich zum Silicon Valley im mittelständischen Maschinenbau in Deutschland um. Die Zahlen sehen nicht so blendend aus, wie man meint. Der Maschinenbau vertraut mehr auf seine traditionellen Werte als auf Innovation. Woran liegt das? Wie kann man zu mehr Innovation kommen? Ist es das Geld? Brauchen wir mehr staatliche Förderung? Oder besseres Innovationsmanagement – mit seinem neuen Zauberwort Design Thinking? Einer der Königswege sind intelligente Kooperationen. Man muss ja nicht alles selber machen.

Wie sehen die Zahlen aus?

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau befand sich auch 2016 in einer Phase schwachen Wachstums – „Seitwärtsgang“ nennt das der VDMA. Mit 0,7% Wachstum kam die Produktion kaum vom Fleck. Und wie steht es um die Zukunft?

Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums hat untersucht, wie es um die Innovationstätigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen bestellt ist. Und sie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Es lasse sich ein Nachlassen des Innovationsbeitrags des Mittelstandes an der gesamtwirtschaftlichen Innovationsleistung beobachten. Es mehrten sich die Anzeichen, dass das Erfolgsmodell des deutschen Mittelstands in eine Krise gerät, sofern nicht gegengesteuert werde.

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kommt in seiner jährlichen Erhebung des Mannheimer Innovationspanels für 2016 auf folgende Zahlen:

Das Jahr 2015 war für den deutschen Maschinenbau durch eine wenig dynamische konjunkturelle Entwicklung geprägt. Im Innovationsbereich zeigten sich dennoch eher positive Tendenzen. Die Innovationsausgaben lagen 2015 mit 14,6 Mrd. € um 1,0 Mrd. € über dem Vorjahresniveau. Mit einer Innovationsintensität von 5,9 % gehört die Branche weiterhin zu den innovationsstarken Industrien Deutschlands. Der Anteil der Innovatoren fiel allerdings 2015 stark von 68 auf 55 %. Der Anteil der Produktinnovatoren nahm von 62 % auf 49 % ab. Dabei verringerte sich der Anteil der Unternehmen mit Marktneuheiten um fünf Prozentpunkte auf 27 %. Der Anteil der Unternehmen mit Sortimentsneuheiten nahm von 37 auf 25 % ab. Auch der Anteil der Unternehmen mit kostensenkenden Prozessinnovationen lag mit 19 % unter dem Wert von 2014 (22 %).

Noch schlimmer sehen die Zahlen im 10-Jahres-Vergleich aus. Dabei stagnieren die Innovationsausgaben seit 2006, und in der Konsequenz sank der Umsatzanteil, den die Maschinenbau-Unternehmen mit Produktneuheiten erwirtschaften, von 29,6% (2006) auf 20,9% (2015). Auch die reinen F&E-Ausgaben sanken im gleichen Zeitraum, auf jetzt nur noch 48% der Unternehmen, die 2015 überhaupt F&E betrieben! Und es geht so weiter: Für 2017 ist eine verringerte Innovationsbeteiligung bereits absehbar.

Auch im internationalen Vergleich steht der deutsche Maschinenbau, was F&E anbelangt, nicht gerade an der Spitze. Bei den F&E-Quoten (also dem Anteil von F&E-Aufwendungen a Brutto-Produktionswert) führen hier vielmehr Japan, Österreich und die USA.

Ein Vergleich der F&E-Quoten zeigt, dass auch in kleineren EU-Ländern forschungsstarke Maschinenbau-Industrien existieren. In Österreich lag das Verhältnis F&E-Aufwendungen zum Bruttoproduktionswert 2013 bei 4,4, in den Niederlanden bei 4,0 und in Finnland bei 3,7 Prozent. Spitzenreiter ist Japan mit einem Wert von 4,6%. Seit 2008 haben in den USA, aber auch in Österreich und Frankreich, die FuE-Quoten stark zugenommen. (Quellen: OECD, Eurostat, VDMA). Deutschland ist also nicht der führende Innovator im Maschinenbau!

Woher kommt das?

Irrtum 1: Es gibt nichts wirklich Neues

Dieser Irrtum findet sich in vielen traditionsreichen Unternehmen wieder. Nicht zuletzt ist dies auch der Grund, warum ein Start-up-Unternehmen dem Establishment oft empfindlichen Schaden zufügen kann – Stichwort Disruption. Diese jungen Unternehmen denken freier und offener. Für sie gibt es nur das Neue und nicht die alte Tradition. Tradition ist wichtig, aber auch gefährlich, nämlich wenn sie das Neue behindert.

Irrtum 2: Kreativität ist, eine gute Idee zu haben

Zur Kreativität gehört neben einer guten Idee auch die Fähigkeit, Ideen kreativ und konsequent umzusetzen und vor allem nutzenoritiert bei den Zeilgruppen zu platzieren. Was nützt mir die beste Produktidee, wenn sie für den Kunden keinen Mehrwert darstellt? Für einen solchen Mehrwert ist das iPad ein Paradebeispiel: endlich eine einfache Bedienung und einfache Handhabung – IT für jeden. Nicht die technologische Idee hinter dem iPad war entscheidend, sondern der Bedienungskomfort als Ausgangspunkt für die Innovation, der konsequent umgesetzt wurde.

Irrtum 3: Innovation ist Sache der Spezialisten

Das Entscheidende für eine wirkliche Produktinnovation ist nicht die technische Machbarkeit allein – die Anwendung muss im Fokus stehen. Daher sind im Innovationsprozess des Unternehmens neben den Technikern auch die marktnahen Disziplinen Vertrieb, Marketing und Service einzubeziehen – inclusive einer Rückkopplungsschleife vom Anwender ins Unternehmen zurück.

Was also tun?

Staatliche Innovationsförderung

Laut Zahlen des Stifterverbandes Wissenschaftsstatistik kommen im deutschen Maschinenbau gerade mal 2% der jährlichen F&E-Aufwendungen vom Staat (in der Gesamtwirtschaft sind es 3,4%).

Seit 2008 haben in den USA, aber auch in Österreich und Frankreich, die F&E-Quoten stark zugenommen. Alle drei Länder haben allerdings im vergangenen Jahrzehnt ihre steuerliche Forschungsförderung zum Teil massiv ausgeweitet. In Frankreich trägt die öffentliche Hand mittlerweile gut ein Viertel der F&E-Kosten der Unternehmen. Dabei entfallen fast 70 Prozent der Fördermittel auf steuerliche Maßnahmen. Österreich hat die im Jahr 2002 eingeführte Forschungsprämie schrittweise auf zwölf Prozent (2016) erhöht. In den USA dürfte Schätzungen zufolge die steuerliche Forschungsförderung im vergangenen Jahrzehnt zu 2 – 4 % höheren Forschungsaufwendungen der Wirtschaft geführt haben. Deutschland zählt zusammen mit der Schweiz zu den wenigen Ländern, die Forschung und Entwicklung steuerlich nicht fördern.

Der VDMA hat daher gemeinsam mit BDI und ZVEI erneut die Politik aufgefordert, durch eine steuerliche Forschungsförderung Innovation und Investitionen in der deutschen Industrie zu stärken. Die drei Verbände sprechen sich für eine steuerliche Forschungsförderung von mindestens zehn Prozent der F&E-Kosten aus. Die Forderung wird gestützt durch eine aktuelle Auswertung von insgesamt 60 empirischen Studien, die klar die positiven Effekte belegen, die von steuerlichen Anreizen für Forschung und Entwicklung ausgehen. Demnach führt eine Steuergutschrift in Höhe von zehn Prozent der Aufwendungen zu einer Ausweitung der privaten Investitionen um zusätzlich etwa 14 Prozent. Das heißt, jeder für eine Steuergutschrift eingesetzte Euro erzeugt eine Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von 1,25 Euro.

Förderprogramme

In Deutschland gibt es ein Förderinstrument, das so bunt ist wie die Innovationsideen des Mittelstands selbst: das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM). Ob Trink- oder Prozesswasser desinfiziert werden soll, ist ein grober Unterschied. Ob ein Schlitten über Schnee oder Sand gleiten wird, ebenfalls. Den Blickwinkel zu ändern und Wissen in die Entwicklung innovativer Technologien und Produkte zu gießen, ist ein Erfolgsrezept des deutschen Mittelstands. Das immense kreative Potenzial des Mittelstands will das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) konsequent ausschöpfen. Das 2008 ins Leben gerufene Förderinstrument kam bisher 13.300 kleinen und mittleren Unternehmen und 1.650 Forschungseinrichtungen zugute. Insgesamt wurden Mittel in Höhe von 4,1 Mrd. € bewilligt. ZIM ist damit das finanzstärkste Förderinstrument für Forschung und Entwicklung des Mittelstands. Die Fördersummen liegen bei max. 380.000€ für Unternehmen und max. 2 Mio. € für Kooperationsprojekte.

Die Initiative „Innovationsforen Mittelstand“ will kleinen und mittleren Unternehmen bessere Voraussetzungen für Innovationsaktivitäten und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle verschaffen. Mit dieser themenoffenen Fördermaßnahme unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Auf- und Ausbau interdisziplinärer regionaler und überregionaler Netzwerke auf unterschiedlichsten Innovationsfeldern. „Innovationsforen Mittelstand“ ermöglicht den mitwirkenden Unternehmen zusammen mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Innovationspartnerschaften nachhaltig zu entwickeln. Allerdings gibt es mit max. 100.000€ eine geringe Förderhöhe bei hohem bürokratischen Aufwand.

Fokus Inspiration: Kreativität und Entdeckergeist sind gefragt! So will zum Beispiel die „Allianz Mittelstand 4.0“ als Impulsgeber Verbände, Organisationen, Netzwerke, Experten, etc. vernetzen. In einer neu entstehenden „Community of Practice“ sollen Kräfte gebündelt werden, um mit Gleichgesinnten ein neues Zukunftsbild für den Mittelstand 4.0 zu zeichnen. Dazu sollen unter anderem konkrete Lösungsansätze in Form von Best-Practice-Beispielen über die einzelnen Verbände in die Branchen und letztlich zu den einzelnen Unternehmen gespielt werden.

Laut einer neuen Studie der KFW-Bank ist der deutsche Mittelstand „veraltet“: Das Durchschnittsalter mittelständischer Unternehmensgründer liegt bei 51 Jahren. Nur noch 12 Prozent der Unternehmer im Mittelstand sind unter 40 Jahre alt, 2002 waren es noch fast 30 Prozent. Auf der anderen Seite stehen die jungen, innovativen Start-ups. Sie sprühen vor Ideen und sind in den digitalen Gefilden heimisch – doch auch sie leiden Mangel, sie brauchen Kapital.

Immerhin ist der deutsche IT-Mittelstand 50 Milliarden Euro schwer und könnte Innovationen von Start-ups tragfähiger machen. In erster Linie geht es in Zukunft darum, eine Brücke zwischen dem IT-Mittelstand und den Newcomern zu bauen, Erfahrung und Netzwerke zu nutzen. Im Gegenzug können Start-ups etablierten Unternehmen neue Ideen bringen. Es geht darum, Schnittstellen zu finden.

„Mittelstand von heute plus Startups ist gleich der Mittelstand von morgen“, sagt Florian Nöll, Vorstandsvorsitzender des Bundesverband Deutsche Startups e. V.

Innovationsmanagement

Um Innovationen als strategischen Wettbewerbsfaktor zu nutzen, sind verschiedene Prozesse notwendig. Diese sind entsprechend zu gestalten, einzuführen und zu optimieren. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass das Unternehmen in der Lage ist, wiederholbar neue und auch neuartige Kundenerwartungen zu erfüllen. Dazu muss das Unternehmen – im Rahmen von Prozess- oder Geschäftsmodellinnovationen –effizienter organisiert werden. Zu diesen Prozessen gehören u. a.:

  • Ideenmanagement
  • Finanzierung von Innovationen
  • Vertrieb und Service
  • Markteinführung
  • Schutzrechte und Patentmanagement.

Wichtig dabei ist, dass Rollen und Verantwortlichkeiten im Innovationsmanagement klar definiert sind sowie Organisationsstrukturen und Unternehmenskultur innovationsbegünstigend gestaltet und gelebt werden. Darüber hinaus müssen die notwendigen Innovationsressourcen und die entsprechenden Fähigkeiten vorhanden sein.

Exkurs: Design Thinking

Design Thinking wird als neues kreatives Vorgehen zur Entwicklung von Innovationen gefeiert. Bestandteil des Ansatzes sind dabei nicht nur einzelne Methoden, wie bei anderen Kreativitätstechniken, sondern ein kompletter Kreativitätsprozess, der sich an den Nutzerbedürfnissen orientiert und an den Elementen aus der Design-Entwicklung anlehnt.

Dieser Prozess ist darauf ausgelegt, Innovationen hervorzubringen, die sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren und diese befriedigen. Dabei wird auf Herangehensweisen zurückgegriffen, die aus dem Design-Bereich bekannt sind. Allerdings geht der Ansatz weit über die klassischen Design-Disziplinen, wie Formgebung und Gestaltung, hinaus und ist als systematisches Vorgehensmodell für vielfältige komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen einsetzbar.

Anders als viele Herangehensweisen aus der Wissenschaft oder der unternehmerischen Praxis steht nicht die technische Machbarkeit im Vordergrund, sondern das „nutzerorientierte Erfinden“. Die Prozessbeteiligten begeben sich in die Rolle des Anwenders, stellen diesem Fragen, beobachten sein Verhalten und entwickeln ihre Lösung durch stetige Feedbackschleifen mit den Anwendern permanent weiter. Somit sollen praxisnahe Ergebnisse erzielt und neben der technologischen Machbarkeit (Feasibility) und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit (Viability) auch die „menschliche Erwünschtheit“ bzw. Anziehungskraft (Desirability) in die Innovation einbezogen werden. In diesem Prozess gelten einige klare Regeln: Es wird visuell gearbeitet. Wilde Ideen werden gefördert. Kritik wird zurückgestellt. Es wird auf den Ideen anderer aufgebaut.

Das klingt zunächst wie neuer Wein in alten Schläuchen (Brainstorming etc.). Der gesamte, strukturierte Design-Thinking-Prozess geht aber über die reine Ideenfindung hinaus und gliedert das gesamte Vorgehen bis hin zum fertigen Produkt in einzelne Phasen. Wichtig ist dabei die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams – also wird die Produktentwicklung nicht, wie so oft im klassischen Maschinenbau, den Ingenieuren überlassen, sondern sie nutzt fachübergreifende Kompetenzen.

Intelligente Kooperationen

Wie uns von 2H.IM das Thema Innovation in unserem derzeitigen Mandat bei der Manz AG beschäftigt, davon gibt Ihnen unser Januar-Newsletter einen Eindruck.

Hier haben wir den Weg beschritten, eine zukunftsorientierte Schlüsseltechnologie in Kooperation mit lokalen und internationalen Partnern zu entwickeln.

Die Manz AG ist ein weltweit agierender Hightech-Maschinenbauer und Pionier im Maschinenbau für die Solarindustrie. Im Januar wurde ein Rekordauftrag erzielt. Manz wird wegweisende Zukunftstechnologie zusammen mit zwei strategischen Partnern in China kommerzialisieren und so das hohe Potenzial der Technologie eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Der exklusive Zugriff auf die Forschungsergebnisse des Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), dem weltweit führenden Forschungsinstitut für die CIGS-Technologie, sowie die eigene Expertise als Maschinenbauer sind der Schlüssel des Erfolgs für das Geschäftsmodell.

Die Weiterentwicklung der Technologie wird dadurch wesentlich beschleunigt. Das immense Potenzial für weitere Kostensenkungen und Wirkungsgradsteigerungen wird deutlich schneller gehoben. In der schlüsselfertigen Manz CIGSfab wird in einem vollintegrierten Produktionsverfahren ein Solarmodul ausgehend von einer normalen Glasscheibe gefertigt. Der komplette Fertigungsprozess erfolgt vollautomatisch. Vorteile: Der Produktionsprozess ist deutlich kürzer, die Produktionskosten deutlich geringer. Die Rückgewinnungszeit der Energie, welche zur Produktion des Moduls eingesetzt wurde, wird verkürzt. Darüber hinaus stellen CIGS-Module eine optisch ansprechende und vor allem energetisch sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Baumaterialien dar.

Durch die lokale wie internationale Zusammenarbeit und die großen Vorteile der neuen Technologie ist dies also ein gutes Beispiel für gelingende Innovation im Maschinenbau!

In diesem Sinne wünschen wir auch Ihnen gute Ideen und ein starkes Händchen bei der Umsetzung.

Ihr 2H.IM-Team Karin Sieber-Huber & Eckhard Hörner-Marass

VDMA passt Prognose für deutsche Maschinenbauproduktion an

Der VDMA hat Ende Juli seine Prognose für die deutsche Maschinenbauproduktion 2014 von plus drei auf plus ein Prozent real geändert. Mit einem Produktionswert von geschätzt 199 Mrd. Euro steuert die Branche damit trotzdem auf einen neuen Rekord.

Die deutsche Maschinenbauproduktion kommt rückblickend nur schwer in Gang. Der Zuwachs des ersten Quartals von rund drei Prozent dürfte im zweiten Quartal durch einen Rückgang in der gleichen Größenordnung aufgezehrt worden sein. Für das erste Halbjahr läuft das in toto auf eine Stagnation hinaus. 

Der Bestelleingang der letzten Monate lässt keine hohe Produktionsdynamik erwarten.

Für den Auftragseingang steht in der ersten Jahreshälfte ebenfalls eine Null. Einem Zuwachs der Inlandsorders von drei Prozent steht ein Rückgang der Bestellungen aus dem Ausland von einem Prozent gegenüber. Das zweite Quartal fiel dabei leicht besser aus. Während die Inlandsbestellungen weitgehend stabil um jeweils drei Prozent zulegten, vollzogen die Auslandsorders einen Vorzeichenwechsel von minus vier Prozent nach plus ein Prozent Eindeutig positiv ist die Entwicklung im Euro-Raum. Den Bestellungen aus dem Nicht-Euro-Raum halfen Großaufträge auf die Sprünge. 

Die Geschäftsrisiken haben in den letzten Monaten deutlich zugenommen.

Grundsätzlich bestätigt sich damit zwar das Bild einer moderaten Belebung der Nachfrage in Deutschland und im Euro-Raum. Doch die Orders aus dem Nicht-Euro-Raum kommen nur äußerst zögerlich in Gang. Ursächlich hierfür ist neben der wechselkursbedingten Verteuerung deutscher Maschinenbauerzeugnisse die nach wie vor unbefriedigende wirtschaftliche Performance in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern. Besonders hervorzuheben ist die Ukraine-Krise. So ging der Export deutscher Maschinen und Anlagen nach Russland, dem viertgrößten Handelspartner unserer Industrie, im ersten Halbjahr 2014 nominal um 19,4 Prozent zurück. Doch der Konflikt mit Russland hinterlässt nicht nur im bilateralen Handel mit Russland Spuren. Er behindert generell die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten. Die Stimmung der Wirtschaft hat sich in vielen Ländern eingetrübt. 

Unser Konjunkturbild verschiebt sich 2014 auf der Zeitachse nach hinten.

Die weltweit zyklisch überfällige Erholung kann sich wegen der geopolitischen Risiken bisher offenbar nicht flächendeckend entfalten. Folgerichtig kann der Bestelleingang nicht ausreichend Fahrt aufnehmen, wie nötig wäre, um für die deutsche Maschinenproduktion im laufenden Jahr ein Wachstumsplus in der Größenordnung von drei Prozent zu realisieren.
VDMAKontakt:
Dr. Ralph Wiechers
VDMA Volkswirtschaft und Statistik
Telefon 069 6603 1371
Ralph.wiechers@vdma.org