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Newsletterbeitrag MKRG mbH zum Thema „Unternehmensnachfolge professionell regeln…“

Unternehmensnachfolge professionell regeln…

In Deutschland gibt es bei einer Vielzahl von Unternehmen ein Nachfolgeproblem. Aus den unterschiedlichsten Gründen wird die Nachfolge nicht rechtzeitig angegangen, sei es z.B., weil kein geeigneter Nachfolger in Sicht scheint, dies „in der Familie“ nicht einvernehmlich geregelt werden kann oder der Gesellschaftergeschäftsführer nicht „loslassen“ kann oder will.

Neben den hiermit einhergehenden operativen Problemen dürfen auch die juristischen Herausforderungen nicht unterschätzt werden. Diese betreffen bei „Familienunternehmen“ häufig zunächst das Erbrecht. Insoweit sollte – in welcher Form auch immer – eine Regelung erfolgen, die zum einen möglichst zu „Frieden“ unter den Erben führt, jedenfalls aber rechtssicher ist. Zum anderen sollte hierbei aber auch die Fortführbarkeit der Gesellschaft gewährleistet werden. Werden Erbstreitigkeiten auf dem Rücken des Unternehmens ausgetragen, kann dies zu dessen Schädigung führen, im schlimmsten Fall zu einer kompletten Handlungsunfähigkeit oder gar Insolvenz.

Entscheidende Bedeutung nimmt zudem das Unternehmenssteuerrecht ein, zumal der finanzielle „Hebel“ insoweit immens sein kann. Dies betrifft oftmals die Erbschaftssteuer, kann aber auch andere Steuern und Aspekte betreffen, die mittelbar durch den Erbfall ausgelöst werden. Auch insoweit sollte man lieber aktiv Einfluss nehmen um die Unternehmensnachfolge möglichst vorteilhaft auszugestalten, als später versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

Je nach Ausgestaltung kommt dann das Gesellschaftsrecht ins Spiel. Wird das Unternehmen an einen Externen verkauft, geht es im Wesentlichen um den Unternehmenskaufvertrag und ggf. Nebenabreden. Aber auch bei einer Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie bedarf es einer vernünftigen gesellschaftsrechtlichen Ausgestaltung.

Regelmäßig sollte man dabei auch die Finanzierer der Gesellschaft einbeziehen, zumal, wenn in Finanzierungsverträgen insoweit Zustimmungsrechte o.ä. vorgesehen sind. Und dann ist man schnell im Bankenrecht angelangt.

Und last but not least: Auch im Hinblick auf die Organstellung und den hiermit einhergehenden Anstellungsvertrag sollte man sinnvolle Lösungen im Vorwege regeln. Dies kann beispielsweise den ggf. stufenweisen „Ausstieg“ des Gesellschaftergeschäftsführers und den „Einstieg“ eines Nachfolgers betreffen. Gerade bei Familiengesellschaften kann dies auch die Erprobung eines Familienmitgliedes als Unternehmensführer beinhalten.

Kurzum: Es handelt sich um einen bunten Strauß an zu beachtenden Punkten, die noch lange nicht abschließend sind. Wichtig ist, dass man diese Themen rechtzeitig angeht und regelt. Lieber sollte man im „driver’s seat“ sitzen, als unter die Räder kommen, und wenn dies „nur“ für die Erben gilt. Angesichts der Komplexität bedarf es hierbei regelmäßig der Abstimmung mit qualifizierten Steuerberatern und Rechtsanwälten, die hier nicht eindimensional denken, sondern alle relevanten Aspekte berücksichtigen. Nur dann kann auch eine möglichst optimale Lösung gefunden werden.

Dr. Stefan Krüger
Rechtsanwalt

MKRG
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