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Zertifiz. Restrukturierungs- und Sanierungsberater

Beschreibung des Lehrgangs
Der Zertifikatslehrgang Restrukturierungs- und Sanierungsberater verleiht Handlungssicherheit in der täglichen Praxis als Sanierungs- und Restrukturierungsberater. Der Fokus des Lehrgangs liegt auf der außergerichtlichen Sanierung.

Der Lehrgang befähigt Krisen frühzeitig zu antizipieren, Restrukturierungs- und Sanierungsprogramme zu initiieren und konsequent umzusetzen sowie persönliche Risiken als Berater, Restrukturierungsmanager (CRO), Bankmitarbeiter, Geschäftsführer oder Gesellschafter zu minimieren.

Die Restrukturierungs- und Sanierungspraxis ist durch zahlreiche aktuelle Entwicklungen und Entscheidungen beeinflusst. Nach dem Lehrgang ist man in der Lage Entscheidungen auf der Grundlage der aktuellen Rechtslage und Standards zu treffen.

In acht Modulen werden die rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Kenntnisse, die im Rahmen von Restrukturierungs- und Sanierungsprojekten erforderlich sind, praxisorientiert vermittelt. In einzelnen Modulen wird z. B. dargestellt, wie ein Sanierungskonzept zu erstellen ist, welche Finanzierungsinstrumente in der Krise genutzt werden können, welche straf- und haftungsrechtlichen Fallstricke in der Krise lauern, welche arbeitsrechtlichen Sanierungsmaßnahmen existieren und wie ein Insolvenzverfahren abläuft.

Die Module im Einzelnen:

  1. Rechtliche und betriebliche Grundlagen der Sanierung.
  2. Erstellung von Sanierungskonzepten nach IDW (z.B. „IDW S6“).
  3. Straf- und haftungsrechtl. Aspekte (z.B. „StGB“, „BGB“, „AO“).
  4. Einführung in das Insolvenzrecht (z.B. „InsO“ und „GmbHG“).
  5. Finanzierungsinstrumente in der Krise (z.B. „HGB“).
  6. Arbeitsrechtliche Sanierungsmaßnahmen
    (z.B. „BGB“ und „BetrVG“).
  7. Unternehmenskauf und –verkauf (M&A) in der Krise.
  8. Spezialkreditmanagement aus Bankensicht.

Der Nutzen und die erworbenen Fähigkeiten:
Der Teilnehmer erwirbt aktuelles Sanierung-Know-how vermittelt durch hochkarätige Praktiker, zum Nutzen für seine Kunden/Mandanten in der täglichen Anwendung.

Da das Referententeam seit 2006 auch als Autorenteam an dem Buch „Modernes Sanierungsmanagement“ (im Jahr 2014 in der in der 4ten Auflage erschienen) zusammenarbeitet, sind die Lehrinhalte der einzelnen Module gut aufeinander abgestimmt und immer aktuell. Das Buch „Modernes Sanierungsmanagement“ gehört zu den auflagenstärksten Fachbüchern im Bereich Sanierung / Restrukturierung.
Das Abschlusszertifikat des IfUS-Instituts wird im Markt als Qualitätssiegel anerkannt. Als einziger Weiterbildungslehrgang in Deutschland trägt der Lehrgang das Qualitätssiegel „TMA GEPRÜFT“ der Gesellschaft für Restrukturierung – TMA Deutschland e.V. Ferner wird der Lehrgang vom BDU – Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. – Fachverband Sanierungs- und Insolvenzberatung empfohlen.

Die 2H.IM GmbH und Eckhard Hörner-Marass sind in der Beraterdatenbank des IfUS-Instituts gelistet, mit Ausweis auf das erworbene Abschlusszertifikat.

Als Absolvent hat man dauerhaften Zugang zum IfUS-Netzwerk. Man tauscht sich mit anderen Sanierungsexperten aus und ist mit diesen eng vernetzt. Eine jährliche Sanierungskonferenz, das jährliche Absolventenreffen sowie regelmäßige themenspezifische Sanierungsabende in Heidelberg runden die Netzwerkaktivitäten ab.

Mein Fazit:

„Qualifizierte Beratungs- und Umsetzungskompetenz im Bereich Restrukturierung/Sanierung ist nur durch ständige Anwendung in der Praxis sowie Fort- und Weiterbildung in den rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen professionell möglich!

Mit dem absolvierten IfUS Zertifikatslehrgang habe ich mir in Ergänzung zu meinen in der Praxis bereits mehrfach erfolgreich nachgewiesenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, ein in Schieflage gekommenes Unternehmen rasch und dauerhaft wieder „auf Kurs zu bringen“, nun auch das wichtige rechtliche Wissen angeeignet, welches mein Profil als professioneller, erfahrener CRO (Chief Restructuring Officer) hervorragend abrundet.“   

Eckhard Hörner-Marass
Geschäftsführender Gesellschafter
2H.IM Executive Interim Management GmbH

Zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsberater

Kreditmanagement in der Krise aus Bankensicht

„Restrukturierungsfälle werden herausfordernder und komplexer…“

2H.IM Executive Interim Management GmbH hat mit Leitern von Restrukturierungs-/Intensive Care Abteilungen von Banken gesprochen,  die stark in der Mittelstandsfinanzierung engagiert sind .

Welche Gründe gibt es  für den Rückgang der Restrukturierungsfälle?
„Die derzeit niedrigen Kreditzinsen, eine gute Konjunktur, zahlreiche Finanzinvestoren und Private Equity Gesellschaften, aber auch Anleihen und eine sehr gute Liquidität im Markt sind einige der Gründe für den Rückgang der Restrukturierungsfälle.“

Was sind die häufigsten Krisenursachen?
„Mangelnder Erfolg, Absatzrückgang und/oder falsche Produkte, eine fehlerhafte oder fehlende Strategie, aber auch eine Stakeholderkrise bzw. Liquiditätsprobleme führen oftmals direkt zur Insolvenzreife und stellen die häufigsten Ursachen dar für eine Krise.  Banken werden in der Liquiditätskrise zu Stakeholdern.“

Wie lauten die Frühwarnkriterien z.B. aus Sicht der Bank, des Marktes und der Unternehmen?
„Verspätete Einreichung der Unterlagen, unabgestimmte Überziehungen, ausufernde Derivate Geschäfte, Verstöße gegen Covenants , generell erhöhter/ansteigender Kreditbedarf sowie der Ausstieg bzw. Kündigungen anderer Banken sind einige der Frühwarnkriterien.

Ein Ausfall eines großen Lieferanten, Branchenprobleme und Marktveränderungen sowie Konjunkturprobleme, aber auch steigender Wettbewerb und eine Häufung von Reklamationen bzw. Lieferverzögerungen sind aus Sicht des Marktes  erste Frühwarnzeichen.

Aus Sicht der Unternehmen sind ein  plötzlicher, starker Anstieg der Kunden Forderungen sowie des Vorratsvermögens, Hockey stick Planungen, Marktanteilsverluste, eine rückläufige Nachfrageentwicklung und die Umstellung von Skonto auf Zielzahlung die  erste wichtigen Anzeichen. Ein schwaches Management, schlechte Führung, unkontrolliertes Wachstum, die Auftragssituation an sich und zum Beispiel eine starke Abhängigkeit von einigen wenigen Kunden verstärken diese Anzeichen.

Der Blick in die Bilanz liefert dann häufig eine abnehmende Eigenkapitalquote bzw. den Verzehr von Haft-/Eigenkapital und eine Abweichung zu den Planzahlen, häufig kommt es zu Bewertungsänderungen und einem Jahresfehlbetrag, dies alles führt zu einem Anstieg bei der Verschuldung und zu einer Veränderung in der Finanzierungsstruktur.“

Was unternehmen Banken um dieser Problematik gegen zu wirken?
„Die Einführung eines effektiven Frühwarnsystem soll dem gegenwirken. Rechtzeitiges Erkennen kritischer Entwicklungen, eine frühzeitige Einbindung von Spezialabteilungen, Tracking auffälliger Engagements, eine Vereinfachung des Monitoring liefern u.a. die Möglichkeit vorbeugende Maßnahmen einzuleiten und Ausfälle „aus dem nichts heraus“ zu vermeiden.“

In welche Bereiche gliedert sich eine Sanierung und was verbirgt sich dahinter?
„Eine Sanierung steht in unmittelbaren Zusammenhang mit diversen Handlungsalternativen der Banken und Schlagworten wie  Fresh Money, Sanierungskonzepten, Pool, Sanierungsumsetzung, und möglichen Exit Strategien.

Still Halten, die Begleitung der Sanierung oder in der letzten Instanz  eine Kündigung sind die alternativen Handlungsmöglichkeiten einer  Bank. Bei einem Stillstands Abkommen geht es vornehmlich um das Aufrechterhalten der Kreditlinie bzw. um die Zulassung der Inanspruchnahme einer nicht ausgeschöpften Kreditlinie. Alle Banken müssen bei einer solchen Lösung an Bord bleiben.

Die Voraussetzung für die Vergabe eines neuen Kredites (Fresh Money) ist die positive Fortführungsprognose, die Vorlage eines Sanierungskonzeptes (IDWS6) durch einen Dritten und keine ernsthaften Zweifel an der Sanierungsfähigkeit. Vertragsinhalt ist die Umsetzung der „Milestones“ ( = Sanierungsmaßnahmen) gemäß dem Sanierungskonzept „Fahrplan für die Sanierung“ und der Sanierungszinssatz wegen Risikogehalt, evtl. PIK Variante (Stundung).“

Warum verlangen Banken Sanierungsgutachten, welche Rechte haben sie? Was ist ein Quick-Check?
„Sanierungsgutachten werden von Banken verlangt, um Haftungsrisiken bei der Vergabe von Sanierungskrediten zu vermeiden, wie zum Beispiel vorsätzliche sittenwidrige Schädigung anderer Gläubiger bei eigennütziger Sanierung ( § 826 BGB) oder Anfechtungsrisiken im Rahmen der Sicherheitenbestellung ( §§ 129 ff. InsO) plus die Bank wird einfacher Insolvenzgläubiger mit einer geringen Quote. Das Gutachten dient auch zur Vermeidung von Straftatbeständen wie der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung à Exkulpation. Ein sog. Quick-Check ist lediglich eine Schnellanalyse zur Situation und der Identifikation von Liquiditätslücken, aber kein Ersatz für ein Sanierungskonzept.

Der Ersteller eines Sanierungsgutachtens muss ein objektiver – nicht notwendigerweise unabhängiger oder unbeteiligter – branchenkundiger Wirtschaftsfachmann sein. Die Bank hat jederzeit das Recht zur direkten Kommunikation mit dem Ersteller des Sanierungskonzeptes.“

Wie lautet die Definition von sanierungsfähig?
„Sanierungsfähig ist ein erwerbswirtschaftliches Unternehmen nur dann, wenn es ergänzend zur positiven Fortführungsprognose (§ 252 Abs. I Nr. 2 HGB) durch geeignete Maßnahmen nachhaltig sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die Renditefähigkeit wieder erlangen kann und es damit nachhaltig fortführungsfähig ist. Dauerhaft  eine „schwarze Null“ ist nicht ausreichend.“

Wozu wird ein Pool gebildet – „alle sitzen in einem Boot?“
„Um einseitiges Handeln einzelner Gläubiger zu verhindern und Kompromisse bei der Lastenverteilung (Umschuldung, Forderungsverzichte, Sanierungskredite) zu finden wird ein Pool gebildet. Dieser soll auch eine voreilige Zerschlagung eines sanierungsfähigen Unternehmens bzw. der voreiligen Sicherheitenverwertung verhindern. Durch die „vereinte“ Stimme kann seitens der Poolmitglieder auf Unternehmen u. Gesellschafter zielgerichteter Sanierungsdruck ausgeübt werden.“

Welche Kreditarten kann eine Bank in der Krise zur Verfügung stellen?
„Neben der klassischen Stundung können Banken in der Krise die Möglichkeit der Prolongation, des Überbrückungs- und des Sanierungskredit zur Verfügung stellen.“

Wann ist ein Unternehmen zahlungsunfähig?
„Wenn die Liquiditätslücke mehr als 10 % der fälligen Gesamtverbindlichkeiten beträgt und wenn keine Schließung der Lücke innerhalb der nächsten drei Wochen möglich ist, dann ist ein Unternehmen zahlungsunfähig. Erreicht der Gläubiger nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit eine Stundung, dann liegt keine Zahlungsunfähigkeit mehr vor, wenn diese Stundung zur Wiederaufnahme aller Zahlungen führt. Die Beseitigung einer eingetretenen Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn die geschuldeten Zahlungen wieder an alle Gläubiger aufgenommen werden. Einzelne Zahlungen reichen nicht aus.“

2H.IM Executive Interim Management GmbH – Juli 2015
Karin Sieber-Huber & Eckhard Hörner-Marass bedanken sich bei den Beteiligten für den regen Austausch und die konstruktiven Beiträge.