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Transformation bei Automotive Zulieferer

Transformation bei mittelständischem Automotive Zulieferer

Ausgangssituation:
Die beiden deutschen Schlüsselindustrien Automobil- und deren Zulieferindustrie sowie der Automotive nahe Maschinenbau befinden sich bereits mitten in einer Strukturkrise.

Eine gut ausgearbeitete, weitsichtige Strategie zur raschen, konkreten Gestaltung und konsequenten Umsetzung der notwendigen Transformation in ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell ist entscheidend. Erfolgt dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht, so werden die betroffenen Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Folge unweigerlich in eine Ergebnis- und anschließend in eine Liquiditätskrise geraten. Am Ende steht im schlimmsten Fall die Insolvenz.

Die aktuellen, bekanntesten Insolvenz Beispiele in 2019:
„Schiess“ in Aschersleben, „Eisenmann“ in Böblingen, „Weber“ in Markdorf und „Avir Guss“ (ehemals „Neue Halberg Guss“) in Saarbrücken und Leipzig stehen stellvertretend für eine solche industrie- und beschäftigungspolitisch erschreckende Entwicklung.

Handelsblatt vom 09. Juli 2019:
„Trendwende bei den Insolvenzen. Besonders betroffen ist der Maschinenbau: Im ersten Halbjahr stiegen die Insolvenzfälle um 14 Prozent.“

Gelungene Transformation aus einem 2H.IM Mandat:
Das in dieser Fallstudie beschriebene Unternehmen hat die Zeichen des „Wandels im Antriebsstrang“ frühzeitig erkannt und die dringend erforderlichen Maßnahmen mit Unterstützung der Transformationsexperten der 2H.IM GmbH in einem interdisziplinär zusammengesetzten Transformationsteam diskutiert, definiert, verabschiedet und anschließend konsequent umgesetzt. Begleitet durch ständige, intensive Kommunikation zu allen Stakeholdern und vor allem in die Belegschaft hinein.

Bei Transformationsprozessen in Zeiten von disruptiver Veränderung der Rahmenbedingungen ist neben einer hohen Branchen- und Fachkenntnis stets die Umsetzungsgeschwindigkeit von ausschlaggebender Bedeutung. Damit am Ende das Kernziel erreicht wird:
Die dauerhafte Sicherstellung der Wettbewerbs- und Renditefähigkeit des Unternehmens!

Nachgewiesene Kenntnisse und Erfahrungen in den Disziplinen „Change-Management“ und „präventiver Restrukturierung“ sind dafür sehr hilfreich.

Immer wieder bestätigt sich, dass Unternehmen in einer solchen Gesamtsituation vornehmlich gestandene Praktiker („aus der Praxis für die Praxis“) mit ausgeprägter „Hands-On Mentalität“ erfolgreich zum Einsatz bringen.

„Wandel im Antriebsstrang“ – Herangehensweise zur Definition neuer Geschäftsmodelle

Eine Blaupause für den richtigen Transformationsansatz gibt es nicht. Oliver Wyman hat einen sehr guten Leitfaden mit 9 typischen Geschäftsmodelltypen für Automobilzulieferer erarbeitet.

Faktoren wie z.B. das Kundennetzwerk, die Supply-Chain, der Grad der Internationalisierung, die vorhandenen Kernkompetenzen, das Mitarbeiter Know-How, die finanziellen Mittel, die unternehmerische Grundeinstellung der Gesellschafter, die Unternehmenskultur, etc. sind von wesentlichem Einfluss für eine erfolgreiche Neuausrichtung.

  1. Digitalisierer:  
    Spezialisten für smarte Komponenten und intelligente Mechatronik
  2. Digitale Integratoren:   
    Integratoren digitalisierter Module und Systeme
  3. E-Driver:       
    Spezialisten für den E-Antriebsstrang
  4. Ramp-downer:      
    Spezialisten für die Abwicklung auslaufender Technologien
  5. Tier-0,5-Zulieferer:   
    Upstream Positionierung zwischen OEM und Premiumlieferant
  6. Direkt Vertriebler:   
    Direktvertriebsspezialisten im Aftermarket
  7. White-Label-Auftragsfertiger:
    Alles außer Branding
  8. Digitale-Daten-Dienstleister:
    Anbieter digitaler, datenbasierter Dienste
  9. Hardware-Software-Entwicklungsdienstleister:
    Das Beste aus zwei Welten.

Auch im vorliegenden Fallbeispiel resultiert das finale neue Geschäftsmodell des Unternehmens aus einer intelligenten, strategisch sinnvollen Kombination von 2-3 der genannten 9 Modelltypen.

Aktueller Status nach 7 Monaten 

Eckhard Hörner-Marass                                           im Oktober 2019

Kehraus im Land der Verbrenner – Oder: „Kurz vor 12“

…so titelt die WirtschaftsWoche am 31. Mai 2019

In unserer Fachbeitragsreihe „Antrieb im Wandel – E-Mobility“ haben wir uns zwischen Oktober 2018 und März 2019 mit dem Status Quo dieses Transformationsprozess in sieben Fachbeiträgen auseinandergesetzt. Spätestens seit vergangenem Jahr verläuft der Veränderungsprozess in der Automobil-,  deren Zulieferindustrie und dem Automotive nahen Maschinenbau zunehmend disruptiv.

Im abschließenden Beitrag #7 war es unser Ziel, konkrete Handlungsalternativen für die betroffenen Zulieferer und Maschinenbauer aufzuzeigen. Mit „Veränderungsbereiten“ stehen wir im Kontakt.

Der aktuelle Artikel in der WirtschaftsWoche skizziert nun die möglichen Folgen des bevorstehenden, respektive bereits in vollem Gange befindlichen Transformationsprozess sehr drastisch. Insbesondere für die ca. 350 meist mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg.

Kernaussagen und erkennbare Indikatoren einer bevorstehenden Krise:

Anleger verlieren Vertrauen:

Die Börsenwerte der Autozulieferer mit Fokus überwiegend auf Verbrennertechnologie haben in 2018 deutlich mehr an Wert verloren als Anbieter von elektrischer Antriebstechnik.

Szenarien bei Familienunternehmen:

In Gesprächen mit Beratern denken Familienunternehmer laut darüber nach, ob ihre Kinder im eigenen Zulieferbetrieb noch eine Zukunft haben.

Banken und Investoren winken ab:

Unternehmen, die überwiegend im herkömmlichen ICE Antriebsstrang tätig sind, werden von Banken und Kreditgebern zunehmend kritisch gesehen.

Insolvenzverwalter zieht es in den Raum Stuttgart:

Seit 2018 haben sich 14 neue Insolvenzverwalter beim Amtsgericht für die Übernahme von Insolvenzfällen listen lassen.

Ex. Chefs der IG Metall Baden-Württemberg sowie der Wirtschaftsförderung Stuttgart äußern sich skeptisch:

Jörg Hoffmann, der 10 Jahre lang den baden-württembergischen Metallern vorstand befürchtet:
„…da besteht die Gefahr, dass eine ganze Industrie Struktur wegbricht…“ und warnt „…vor einem Verlust von bis zu 46 Prozent der Arbeitsplätze bei Unternehmen die auf den klassischen  Antriebsstrang (Verbrennungsmotor, Getriebe, Abgas) spezialisiert sind…“.

Walter Rogg, Chef der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart meint: „…die Autobauer und Zulieferer der Region hätten sich in den vergangenen Jahren eingeredet, der Umbruch werde schon nicht so schlimm kommen…“ und ergänzt, dass doch endlich „…allen klar ist, dass ein gewaltiger Umbruch bevorsteht…“.


„Konzentriere nicht all deine ganze Kraft auf das Bekämpfen des Alten,
sondern darauf, das Neue zu formen.“

Sokrates


Ein Newsletter der 2H.IM Executive Interim Management GmbH, den strategischen und operativen Umsetzungsexperten von Transformationen, Neuausrichtungen, Reorganisationen oder Restrukturierungen im Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Eckhard Hörner-Marass
&
Karin Sieber-Huber