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Antrieb im Wandel – E-Mobility – Beitrag 1

Beitrag 1:
Ordnungspolitische Rahmenbedingungen oder „…in China sind die Startbedingungen gleicher…“

Das Image der deutschen Automobilindustrie ist insbesondere in Bezug auf Sicherheitsstandards, Innovationsstärke und der daraus abgeleiteten Werthaltigkeit der Fahrzeuge hervorragend. Demzufolge könnten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer, die wesentlich vom nationalen und internationalen Erfolg der deutschen PKW Hersteller abhängen, eigentlich ruhig schlafen.

Wären da nicht die für die Elektromobilität massiv ungleichen Ausgangsbedingungen sowie Verwerfungen bei den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen in China, USA und Europa, den 3 Hauptmärkten der Automobilindustrie.

Zitate aus dem Handelsblatt vom 07.11.2018 unter der Überschrift:
Die Dominanz der deutschen Autobauer schwindet
„…nach VW und Daimler brechen auch bei BMW die Gewinne kräftig ein. Die Übermacht der Deutschen bröckelt, die Konkurrenz holt auf…“
„…die enorme Stärke der Deutschen, ihre Dominanz bei Verbrennungsmotoren, ist im sich anbahnenden Elektrozeitalter immer weniger wert…“
„…das ist eine Zeitenwende…“
„…für die europäischen Premiumhersteller wird es eng, wenn es ihnen nicht gelänge, zügig Fahrt bei ihrer Stromoffensive aufzunehmen…“
„…es sieht ganz so aus, als hätte Elon Musk es geschafft, die Autowelt zu ändern…“
„…der Ausblick für die deutschen Autobauer verdüstert sich in dieser neuen Welt zusehends…“

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2H.IM Rück-und Ausblick zum Jahreswechsel

Wie war´s?  Wie läuft´s?  Wie wird´s?  Unser Rück- und Ausblick zum Jahreswechsel…

Manch einer wird mit gemischten Gefühlen auf 2016 zurückschauen. Passend zu aktuellen Debatten wurde „postfaktisch“ zum Wort des Jahres erkoren. Doch lassen Sie uns neben den Stimmungen auch die Fakten ansehen.

Was hat uns 2016 beschäftigt?

Die schlechten Nachrichten zuerst:
In der Politik überwogen die Schockmeldungen: Die Wahl von Donald Trump, der Brexit, nicht endende Diskussionen um die Flüchtlingskrise, Terroranschläge in Brüssel, Nizza und München, der Vormarsch von AfD und anderen europäischen Populisten, Putschversuch in der Türkei und Erdogans Überreaktion und das unendliche Elend in Aleppo. Mit dem Tod von Hans-Dietrich Genscher, Guido Westerwelle und Hildegard Hamm-Brücher trat die liberale Elite von einst ab. In der Musikbranche erschütterten die Tode von David Bowie, Prince und Leonhard Cohen, im Fernsehen Götz George, Roger Willemsen und Manfred Krug. Und dann kam da noch die Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt…

Aber ganz so schlimm war es auch wieder nicht. Nun zu den guten Nachrichten:
Im 4. Anlauf hat in Österreich bei der Bundespräsidentenwahl die Vernunft gesiegt. Angelique Kerber ist die Nummer Eins der Tennis-Weltrangliste. Einsteins Gravitationswellen konnten erstmals nachgewiesen werden. Der Pokémon Go-Wahn kam und ging gleich wieder. Der neue Weltklimavertrag ist in Kraft getreten. Nico Rosberg wird Formel 1-Weltmeister. Und Facebook will gegen Fake News vorgehen.

Naja, das wissen Sie ja alles. Viel mehr interessiert uns natürlich, wie sich die Wirtschaft im Allgemeinen und der Maschinen- und Anlagenbau im Speziellen geschlagen haben.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) kam die Weltwirtschaft wieder etwas mehr in Schwung. Nachdem die Expansion in der ersten Jahreshälfte äußerst verhalten war, gab es zuletzt eine leichte Beschleunigung. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, wovon zunehmend die entwickelten Volkswirtschaften profitieren. Dort hellt sich die Lage am Arbeitsmarkt auf, was eine hohe Konsumnachfrage nach sich zieht. Aufgrund besserer Absatzmöglichkeiten wird sich die bisher schwache Investitionstätigkeit der Unternehmen wohl etwas beleben. Der Anstieg der weltweiten Wirtschaftsleistung dürfte 2016 bei 3,3 Prozent liegen und in den kommenden beiden Jahren noch etwas höher ausfallen.

Das Konjunkturbarometer des DIW für Deutschland signalisiert ebenfalls eine leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Schlussquartal mit 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal schneller steigen als im dritten Quartal (0,2 Prozent).

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau befindet sich auch 2016 in einer Phase schwachen Wachstums – „Seitwärtsgang“ nennt das der VDMA. In einer Branche mit einem Exportanteil von 75% schlagen sich hier natürlich die außenpolitischen Unsicherheiten massiv nieder. Und es ist ein nach Fachzweigen sehr heterogenes Bild, die Wachstumsraten reichen hier von plus 10% bis minus 20%. Mit voraussichtlich 0,7% Wachstum kommt die Produktion kaum vom Fleck.

Eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums hat untersucht, wie es um die Innovationstätigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen bestellt ist. Und sie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Es lasse sich ein Nachlassen des Innovationsbeitrags des Mittelstandes an der gesamtwirtschaftlichen Innovationsleistung beobachten. Es mehrten sich die Anzeichen, dass das Erfolgsmodell des deutschen Mittelstands in eine Krise gerät, sofern nicht gegengesteuert werde. Andererseits gehen die Befragten der Studie davon aus, dass die mittelständischen Unternehmen die Trends teilweise positiv für die Verstetigung ihres Erfolgs zu nutzen wissen.

Industrie 4.0

Das meist diskutierte Thema im Jahr 2016 heißt Industrie 4.0 – und dabei stellen sich große Fragen: Haben wir die Digitalisierung im Griff? Sind wir gewappnet für eine Ära, in der die IT zum dominanten Produktionsfaktor aufsteigt? Was wird aus stolzen Industriebetrieben, wenn smarte Start-ups ganze Branchen auf den Kopf stellen? Und was wird aus Mitarbeitern, deren Berufsbilder vom technischen Fortschritt zerlegt werden?

Ein prominentes Beispiel kommt aus der Automobilindustrie. Audi plant in Ingolstadt die Abschaffung des Fließbandes, da es der massiven Individualisierung der Automobile nicht mehr gerecht wird. Stattdessen sollen künftig 200 Montageinseln für die nötige Flexibilität sorgen. Die Karosserie wird von Robotern auf einen Transportwagen gepackt, der sich selbst seinen Weg zu den verschiedenen Inseln sucht und voll vernetzt das individuell bestellte Fahrzeug zusammenbauen lässt. Die Auswirkungen auf die Mitarbeiter seien rundweg positiv, da es keinen starren Takt mehr gebe. Sogar Drohnen testet Audi schon in Ingolstadt – im Notfall könnten sie kleinere Bauteile rasch zu den Montageinseln bringen.

Die Digitalisierung wird auch mit dem Stichwort Disruption in Verbindung gebracht, bekannte Beispiele sind Uber oder AirBnb. Davon abgesehen, dass der Begriff Disruption oft falsch verwendet wird, (dazu gibt es ein sehr lesenswertes Interview mit Clayton Christensen, Harvard-Professor und Erfinder der Theorie der disruptiven Innovation) sind Gegenstrategien sehr anspruchsvoll. Hierzu hat man sich bei dem Stahlhändler Klöckner intensiv Gedanken gemacht. Der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl nennt es Selbst-Kannibalisierung. Mit Hilfe eines hauseigenen Start-ups werden neue Ansätze entwickelt und umgesetzt. So gibt es seit März einen Webshop, in dem Kunden direkt Preise und Verfügbarkeiten von Stahlprodukten angezeigt bekommen und der sogar für Wettbewerber geöffnet werden soll. Ziel des Ganzen ist eine massive Effizienzsteigerung, u.a. durch ein Zurückfahren der immensen Lagerbestände auf allen Stufen der Wertschöpfungskette.

Arbeitswelt 4.0

Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?, fragt sich das Bundesarbeitsministerium. Und Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) versucht, in ihrem Weißbuch die drängendsten Fragen zu beantworten. Was passiert, wenn künftig nur noch Roboter für uns arbeiten? Wie flexibel müssen Angestellte und Unternehmen sein?

Studien ergeben ein gemischtes Bild, wie weit die deutsche Wirtschaft und ihre Führungskräfte damit bereits sind, sich auf die Digitalisierung einzustellen. Kurz gefasst: Kleine Unternehmen sind weiter als große Konzerne; weibliche Führungskräfte und flache Hierarchien erhalten gute Noten – aber die Ausstattung der Mitarbeiter mit adäquater IT-Ausstattung hinkt hinterher und behindert die notwendige Flexibilität.

Zu dem ganzen Themenkomplex Industrie 4.0 können Sie unseren September-Newsletter nachlesen. Auch in unserem derzeitigen Mandat bei der Manz AG spielt dieses Thema eine große Rolle. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Der nächste Hype: Start-ups

Um Start-ups wird nicht erst seit diesem Jahr ein regelrechter Hype erzeugt. Sich „Gründer“ zu nennen, ist heute so schick wie der Sozialpädagoge in den 1970ern oder der BWLer in den 80ern. Das beste Beispiel dafür ist die VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Interessant dabei ist, dass es sich bei den zustande gekommenen „Deals“ fast ausschließlich um leicht erklärbare Konsumgüter mit minimalen Produktverbesserungen handelt (Beispiele: Gemüse-Chips, Strumpfhosen, Horror-Masken, Kochutensilien oder Hundefutter) – komplexere Gründer-Ideen kommen nicht vor. Und dass 70% der Deals nach der Sendung gar nicht zustande kommen, tut der Popularität der Sendung keinen Abbruch. Wenigstens ist es ein Anfang, dem breiten Publikum grob nahezubringen, wie die Startup-Ökonomie funktioniert.

Davon abgesehen, gibt es auch sinnvolle Ansätze in Sachen Start-ups. Große deutsche Unternehmen, von Axel Springer bis Siemens, leisten sich Inkubatoren-Teams, um neue Geschäftsideen zu generieren und Talente an sich zu binden. Wie dringend notwendig das ist, beschreibt der Axel Springer-Manager Christoph Keese in seinem neuen Buch „Silicon Germany – wie wir die digitale Transformation schaffen“. Empfehlenswerte Lektüre, da Keese Zusammenhänge erklärt, mit Irrtümern aufräumt und grundsätzliche Empfehlungen für Unternehmen, Politik und Gesellschaft darstellt.

Auch der BDI warnt davor, dass es beim Nachwuchs hapert, es gebe vor allem im verarbeitenden Gewerbe zu wenige Industrie-Start-ups in Deutschland. Dabei seien solche Start-ups wichtig für die Innovationsfähigkeit der gesamten Industrie, so BDI-Präsident Ulrich Grillo. ‚Sonst drohen gerade die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland im internationalen Innovationswettbewerb abgehängt zu werden.‘

Und wie geht´s 2H.IM?

Wir bei 2H.IM haben uns auch in 2016 als Tandem Team bewährt (falls Sie dieses Konzept noch nicht kennen: hier können Sie es nachlesen. Besonders unser Einsatz bei den zwei Tochterunternehmen der Wolf-Unternehmensgruppe ist von nachhaltigem Erfolg gekrönt. Sollten Sie unseren letzten Newsletter übersehen haben, können Sie hier mehr darüber erfahren. Auch unser neues Mandat bei der Manz AG lässt sich bereits sehr gut an! Mehr darüber in unseren Newslettern im neuen Jahr. Wir sind also mit dem zu Ende gehenden Jahr sehr zufrieden, und auch unsere Auslastungssituation für 2017 sieht erfreulich aus.

Was erwarten wir für 2017?
  • Prognosen für 2017 sagen ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent voraus, was gegenüber 2016 eine leichte Steigerung bedeutet. Auch in Deutschland läuft der Wirtschaftsmotor rund. Die Experten rechnen damit, dass sich hierzulande bald 44 Millionen Menschen in Erwerbsarbeit befinden.
  • Die Stimmung ist oft in Wahljahren eher aufgeregt-optimistisch: Werbeausgaben und damit auch die Medienproduktion steigen, Steuergeschenke werden angekündigt. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass wegen des steigenden Erwartungsdrucks aus der Bevölkerung damit begonnen wird, den Investitionsstau der öffentlichen Haushalte aufzulösen.
  • Die Spannung steigt, ob Unkenrufe aus der Bevölkerung und einseitige Vorstellungen von Donald Trump und europäischen Nationalisten den laufenden Verhandlungen um Freihandelsabkommen weiter schaden werden. Bei einer Exportquote von 75% ist dies die wohl entscheidende Frage für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. In diesem Sinne fordert auch der VDMA, dass sich die Politik stärker für den Erhalt des Freihandels und die Belange der mittelständischen Industrie einsetzt.
  • Für das kommende Jahr rechnet der VDMA unverändert mit einem leichten Produktionszuwachs von real 1 Prozent. Die jüngste VDMA-Geschäftsklimaumfrage zeigt einen vorsichtigen Optimismus der Mitgliedsfirmen. Allerdings: „Ein breit angelegter konjunktureller Aufschwung sieht anders aus – und echte Wachstumsimpulse sind nicht in Sicht“, so der VDMA-Präsident Welcker.
  • Die öffentliche Diskussion um Industrie 4.0 wird weitergehen. Hoffentlich nächstes Jahr ohne den Tonfall der Panik, der teilweise in 2016 herrschte (z.B. um die Übernahme von Kuka durch „die Chinesen“). Viele Unternehmen, auch und gerade im industriellen Mittelstand, befinden sich hier auf dem richtigen Weg.

In diesem Sinne möchten wir Ihnen frohe Feiertage und ein glückliches, erfolgreiches Neues Jahr wünschen. Feiern Sie schön! *)

Ihr 2H.IM-Team Karin Sieber-Huber & Eckhard Hörner-Marass
neujahrswuensche-2him-2017

 

*) Auch hierzu noch ein kleiner Buchtipp passend zur Saison: „Cheers“ von Martin Suter (eine Sammlung kleiner Anekdoten rund ums „Feiern mit der Business Class“, beim Business Lunch, in Hotelbars, Firmenfeierlichkeiten, Events und natürlich Weihnachtsfeiern.) Kurzum eine amüsante Satire, erschienen im Diogenes Verlag.